Verkehrsunfall & Ordnungswidrigkeiten

Mitverschulden und Abrechnung eines Unfallschadens über die Vollkaskoversicherung

Nimmt der Geschädigte bei einem Verkehrsunfall im Hinblick auf einen von ihm selbst zu vertretenden Mitverschuldensanteil seine eigene Vollkaskoversicherung in Anspruch, so findet einerseits eine teilweise Schadensregulierung durch den gegnerischen Haftpflichtversicherer und andererseits eine Schadensregulierung durch den eigenen Vollkaskoversicherer statt.

 

Der Geschädigte sollte in diesen Fällen unbedingt selbst einen Rechtsanwalt zumindest mit der Überwachung der Regulierung oder besser der Regulierung beauftragen, andernfalls besteht ein grosses Risiko für den Geschädigten nicht den vollen, ihm zustehenden Schadenersatz zu erhalten.

 

Die Abrechnung gegenüber der eigenen Vollkaskoversicherung steht nämlich unter dem sogenannten Quotenvorbehalt, was in wirtschaftlicher Hinsicht bedeutet, dass der Geschädigte Zahlungen des Unfallgegners auf bestimmte Schadenspositionen voll anrechnen darf, die ihm auch von seinem Vollkaskoversicherer gerade nicht vollständig erstattet werden.

 

Solche quotenbevorrechtigten Positionen sind:

- die Selbstbeteiligung in der Vollkaskoversicherung

- die Wertminderung

- Sachverständigenkosten

- Abschleppkosten

- Abzüge "Neu für Alt" (nach Kaskobedingungen)

- u.U. Rechtsanwaltskosten für Regulierung mit der Vollkaskoversicherung

- u.U. Differenz zwischen Reparaturkosten nach 130%-Grenze und Wiederbeschaffungswert

 

Bei den nicht quotenbevorrechtigten Schadens-Positionen wird zudem oftmals "vergessen" den anteiligen Rückstufungsschaden durch Inanspruchnahme der eigenen Vollkaskoversicherung gegenüber dem Schädiger geltend zu machen.

(wdc, 29.01.2014)