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Rechtsgebiete/Coronavirus Covid-19/Steckbrief SarsCoV-2

Coronavirus (SarsCoV-2) Covid-19

Steckbrief Coronavirus

Name

Sars-Corona-Virus 2 (SarsCoV-2) auch Wuhan-Virus oder China-Virus

Mutationen

Es gibt zwei Hauptsubtypen, die als S-Typ und L-Typ bezeichnet werden. Daneben sind derzeit ca. 140 - 160 Virenstränge identifiziert. Das Virus mutiert nach den mir vorliegenden Informationen derzeit mit einer Rate von 2 Mutationen pro Monat.

Verursachte Krankheit

SarsCoV-2 verursacht eine Krankheit namens Corona Virus Disease (Covid-19). Primär verursacht SarsCoV-2 eine beidseitige Lungenentzündung, schädigt unter Umständen aber auch andere Organe wie Herz, Leber, Nieren, Milz, zentrales Nervensystem und das Gehirn. In 80% der Fälle verursacht eine Infektion mit dem Virus nur leichte bis milde Symptome. In 15% der Fälle kommt es zu einem Krankheitsverlauf, der eine Hospitalisierung mit evasiver Beatmung erforderlich macht. In 5% der Fälle kommt es zu einem Verlauf, der eine intensivmedizinische Behandlung mit invasiver Beatmung erforderlich macht. Langzeitfolgen werden nicht ausgeschlossen. Ob und inwieweit infektionsbedingt eine Immunisierung eintritt, scheint noch nicht ausreichend verifiziert.

Übertragungsweg

Das Virus kann über die Augen, die Nase und den Mund aufgenommen werden. Es wird von Mensch zu Mensch übertragen

Das Virus wird nach Auffassung internationaler medizinischer Fachleute übertragen durch
Tröpfchen (Husten, Niesen) bis zu einer Entfernung von 1,5 bis 2 m
Schwebeteilchen (Aerosole)  bis zu einer Entfernung von mehreren Metern (in geschlossenen Räumen oder Luftverbundsystemen) und bis zu 3 h Dauer
kontaminierte Kontaktflächen (fomite) bis zu einer Dauer von mehreren Tagen

Risikogruppen

Ein erhöhtes Risiko einer schwerwiegenderen Erkrankung durch Covid-19 besteht für folgende Gruppen:

  • Menschen mit einer Vorerkrankung der Lunge, der Nieren oder einem geschwächten Immunsystem
  • Menschen mit Übergewicht (Bluthochdruck, Diabetes)
  • Männer
  • Raucher

Schutzmassnahmen

  • Ausreichender Abstand zu anderen Menschen
  • Tragen von (auch einfachen) Gesichtsmasken (aktuelle Empfehlung der Bundesärztekammer)
  • Regelmässiges Reinigen der Hände
  • Regelmässiges Reinigen eventuell kontaminierter Flächen und Gegenstände
  • Regelmässiges Lüften von Räumen

Lethalität

Angaben über die Tödlichkeit gehen weit auseinander. Die Spanne liegt zwischen ca. 0,5% der Infizierten (RKI, SüdKorea), 3,4% (WHO) bis zu ca. 10% (Norditalien). Diese Differenzen erklären sich zunächst wohl aus dem Umstand, dass in vielen Ländern aufgrund unzureichender Durchführung von Tests entweder keine gesicherten Erkenntnisse über die Gesamtzahl der Infizierten und/oder auch keine gesicherte Erkenntnis über die Gesamtzahl der an Covid-19 Verstorbenen vorliegen.

Weitgehend Einigkeit dürfte zudem darüber bestehen, dass die Sterberate wesentlich von der Qualität der medizinischen Versorgung derjenigen Erkrankten abhängt, die auf eine Behandlung in einem Krankenhaus, insbesondere auf eine intensivmedizinische Behandlung, angewiesen sind.

Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass die Gesundheitssysteme in Italien, Spanien, Frankreich und England bereits nahe der Belastungsgrenze oder bereits weit darüber hinaus arbeiten (müssen), lässt dies für die Entwicklung der Sterberate nichts Gutes erwarten. Diese Entwicklung zeichnet sich auch für Deutschland ab.

Ursprung

Der Ursprung des Virus wird international unter Fachleuten kontrovers diskutiert. Einerseits wird vermutet, dass das Virus von Fledermäusen direkt oder über einen weiteren Zwischenwirt in einem Seafood Markt (uU richtiger Weise wet-market) auf Menschen übergesprungen sein könnte. Andererseits weisen Forscher aus mittlerweile mehreren Ländern auf Besonderheiten von Sars-CoV-2 hin, die darauf hindeuten, dass es sich um ein künstlich geschaffenes Laborvirus handeln könnte, das sich zudem wesentlich anders verhält als bisher bekannte Corona-Viren.
Zu erklären wäre die letztere Theorie damit, dass sich in Wuhan nachweislich ein Bio-Labor der Klasse P4 befindet, welches mit französischer Hilfe gebaut wurde, und in dem bereits seit längerem an Sars-Viren im Zusammenhang mit Fledermäusen geforscht wurde. Eine logisch nachvollziehbare Theorie lautet, dass SarsCoV-2 versehentlich freigesetzt worden ist und sich dann über den naheliegenden wet-Markt in Wuhan weiter verbreitet hat. Dass der wet-Markt in Wuhan insoweit nicht als der Ursprungsort der ersten Virusinfektionen anzusehen ist, hat bereits eine im Januar 2020 veröffentlichte Studie von The Lancet nahegelegt.

Bekämpfung - Heilung

Ein Impfstoff gegen das Virus ist trotz internationaler Bemühungen derzeit noch nicht in Sicht.

Medikamente zur Heilung der Krankheit sind derzeit in Entwicklung. Es gibt bereits eine Reihe von vielversprechenden Ansätzen, interessanter Weise unter anderem bereits vorhandene Medikamente aus dem Bereich der Behandlung von Malaria und HIV.

Auch das Entwickeln zuverlässiger schneller Testverfahren auf eine Infektion erscheint derzeit noch nicht ausgereift. Von einer ausreichend verfügbaren Anzahl von Testkits ist zumindest in Europa bisher schon gar keine Rede.

Die derzeit einzige erfolgversprechende Maßnahmen, wie auch die WHO immer wieder betont, und die jedenfalls in Ländern wie Taiwan, Süd-Korea, Hong-Kong, Singapur, Polen, Island zum Erfolg geführt hat, besteht darin auf die Erkrankung zu testen, zu testen, zu testen, Infizierte aufzuspüren, Infizierte zu isolieren, Kontaktpersonen in Quarantäne zu bringen. Nur dann lässt sich ein grossflächiger Lockdown eines ganzen Landes vermeiden.

Im Gegensatz dazu hat Deutschland, ebenso wie Italien, Spanien, Frankreich und England zunächst darauf gesetzt, dass die Infektion schon nicht so schlimm werden würde und die Durchseuchung der Bevölkerung bewusst in Kauf genommen. In Deutschland gingen Politiker, das RKI und ein Experte der Charite davon aus, dass sich in der Bevölkerung schnell eine Herdenimmunität ausbilden würde, etwaige Kolateralschäden in Risikogruppen erschienen hinnehmbar.

Tatsächlich zeigte sich relativ schnell, und war dies auch bereits an Ländern wie China offensichtlich, dass die Versorgungskapazitäten des Gesundheitssystems, einmal abgesehen von der skandalösen unzureichenden Versorgung mit Schutzmasken, Schutzausrüstung sowie Desinfektionsmitteln, für eine solche extreme Belastung nicht ausgelegt sind. Der Kollaps der medizinischen Versorgungssysteme erhöht die Sterblichkeit durch Covid-19 extrem (Italien derzeit 10% der Infizierten). Er führt im Übrigen auch dazu, dass die Versorgung "normaler" Fälle von schweren Erkrankungen oder Unfällen nicht mehr adäquat versorgt werden können, so dass auch hier die Sterberaten ansteigen. 

(wdc)