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Rechtsgebiete/Internetrecht & Kaufrecht/Kurzmeldungen

Fernabsatzrecht, Internetrecht & Kaufrecht

Fehlerhafte Widerrufsbelehrung bei Amazon - Teil 1

Fehlerhafte Widerrufsbelehrung bei Amazon - Teil 1

Unabhängig von den Änderungen im Fernabsatzrecht ab dem 13.06.2014 war und ist die Ausübung des Widerrufsrechtes auch per E-Mail möglich. Zu diesem Zweck hat der Verkäufer dem Kunden (Verbraucher) eine gültige E-Mail-Adresse mitzuteilen und ist eine solche E-Mail-Adresse auch in die neue Musterwiderufsbelehrung und in das Muster-Widerrufsformular aufzunehmen.

Unglücklicherweise entfernt Amazon derzeit (Stand 16.07.2014) in der Bestellbestätigung jedoch alle dort enthaltenene E-Mail-Adressen und ersetzt diese auch noch durch den Text "[E-Mail-Adresse entfernt]". Verursacht wird das durch eine softwaretechnische, automatische Bearbeitung der Bestellbestätigung, die dem Schutz der Beteiligten dienen soll. Die unmittelbar nachteilige Folge der auf diese Weise fehlerhaft erstellten Widerrufsbelehrung ist allerdings, dass die Widerrufsfrist sich nach derzeit geltender Rechtslage deutlich verlängert auf eine Frist von 1 Jahr und 14 Tagen. Ausserdem besteht für alle betroffenen Händler das Risiko einer entsprechenden Abmahnung.

Eine Lösung des Problems könnte unter Umständen darin bestehen, dass Amazon statt der E-Mail-Adresse des Händlers eine eigene E-Mail-Adresse einsetzt, deren Posteingang über die Mail-Server von Amazon dann an den Händler weiter geleitet wird.

Falls Händler die automatische Ersetzung nicht eventuell durch eine Umschreibung der E-Mail-Adresse in eine Form wie "name[punkt]haendler[et]provider[minus]name[punkt]de" umgehen können, bleibt ihnen nur die Option einer Beschwerde und Drohung mit Schadenersatzforderungen gegenüber Amazon.