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Kites als Luftfahrzeuge - na und??

Kites als Luftfahrzeuge - na und??

Über die Einstufung von Kites als Luftfahrzeuge wird in letzter Zeit immer häufiger diskutiert. Es gibt aber auch viele Stimmen, die meinen das Problem wäre sichtlich überbewertet.

 

Man muß dieses Problem allerdings eigentlich vor einem viel breiteten Hintergrund sehen und diskutieren. Grundsätzlich sind nach dem Luftrecht alle Drachen Luftfahrzeuge. Das Luftrecht nimmt explizit noch nicht einmal Spielzeug von dieser Regelung aus.

 

Aus einer zuverlässigen Quelle habe ich erfahren, daß das Bundesjustizministerium hier allerdings derzeit keinen Handlungsbedarf sieht. Und so gesehen könnte man den Standpunkt vertreten, daß man sich die ganze Disskussion ja eigentlich sparen könnte.

 

Dem stimme ich sogar weitgehend zu. Vieles, was sich als Konsequenz für das Kiten oder Drachensteigenlassen aus dem Luftrecht ergibt, ist jedenfalls im Moment primär rein theoretischer, bzw. akademischer Natur.

 

Allerdings gilt das für einen wichtigen Punkt nicht und das ist die Halter-Haftpflicht des Kiters für seinen Kite. Diese Haftung ist sehr real und hängt nicht von einem Verschulden ab. Der Halter haftet sogar dann noch selbst für verursachte Schäden, wenn er den Kite einem Dritten geliehen hat.

 

Tragisch ist dabei, daß viele Kiter im Bewußtsein der mit dem Sport verbundenen Risiken gerne eine Haftpflichtversicherung abschließen wollen, man sich gegen dieses Haftungsrisiko derzeit aber nur sehr schwer adäquat versichern kann.

 

Und dies ist der zentrale Punkt, auf den ich mit meinen Beiträgen eigentlich aufmerksam machen will und der in Zukunft geändert werden muß.

 

Wir brauchen zum einen eine Diskussion über die Frage, ob es wirklich sinnvoll und notwendig ist, das Kiten oder Drachensteigenlassen im Luftverkehrsgesetz mit einer Halterhaftpflicht zu regeln. Zum anderen muß jedenfalls verbindlich geklärt werden, wie man sich gegen die Haftungsrisiken aus dem Luftverkehrsgesetz absichern kann.

 

Epilog: Offensichtlich hat hier mittlerweile doch irgendjemand Handlungsbedarf gesehen. Das LuftVG wurde am 08.05.2012 in einer rechtlich entscheidenden Passage geändert.