Verkehrsunfallrecht - Verbringungskosten

Zur Berechtigung der Abrechnung von Verbringungskosten

Unter der Position Verbringungskosten versteht man Kosten die anfallen, wenn ein beschädigtes Fahrzeug von einer Kfz-Reparatur-Werkstatt zu einer Lackierei verbracht wird. Diese Kosten können dann anfallen, wenn die Reparatur-Werkstatt nicht selbst über eine Lackiererei verfügt. Auch diese Position wird von Versicherungen bei einer fiktiven oder tatsächlichen Schadensabrechnung gerne gekürzt oder komplett gestrichen.

Der Geschädigte ist jedoch berechtigt, den objektiv erforderlichen Wiederherstellungsaufwand abzurechnen. Die Schadensabrechnung soll einen vollständigen Schadensausgleich ermöglichen. Insoweit darf der Geschädigte seiner (auch fiktiven) Schadensberechnung grundsätzlich die Kosten zugrunde legen, die ein von ihm eingeschalteter Sachverständiger auf dem allgemeinen regionalen Markt, hier im Raum Bamberg, ermittelt hat (ständige Rechtsprechung des BGH und Urteil OLG München vom 27.05.2010 - 10 U 3379/09; BGH, Urteil vom 25. September 2018 – VI ZR 65/18 –, Rn. 13, juris).

Der Schädiger könnte insoweit allenfalls den konkreten Nachweise führen, dass eine zumutbare günstigere Reparaturmöglichkeit bestanden hätte, bei der keine Verbringungskosten anfallen oder angefallen wären.